Blechkurs 1 von der Old-Youngtimer-Manufaktur

Vor ein paar Monaten ist ein Kumpel auf mich zugekommen und hatte mich gefragt ob ich nicht Interesse an einem Kurs über Blechbearbeitung hätte. Ich habe ja gesagt und deswegen sind wir Ende September ins schöne Südermarsch, bei Husum, gefahren. Um bei diesem Kurs dabei zu sein. Der Kurs geht über 3 Tage und Ziel ist es die Grundfertigkeiten der Blechbearbeitung kennen zu lernen und mit diesen Fertigkeiten ein Werkstück, Frontschutzblech für ein Motorrad, anzufertigen.

Tag 1, Sicherheitsunterweisung, Blase und Schweißen:

Nach der freundlichen Begrüßung durch den Kurs Veranstalter Bernd Stein, ging es mit der Sicherheitsunterwesiung los. So eine kann langweilig sein, so richtig langweilig, aber nicht in unserem Fall. Die verschiedenen Werkzeuge, Hilfsmittel und Schweißgeräte wurden uns vorgestellt und deren Gefahren. Es wurde uns gezeigt wie man sich, auf einfache Art und Weise, Hilfsmittel und Werkzeuge bauen bzw. umformen kann. Zum Beispiel kann man sich einen Holzhammer für Blechbearbeitung kaufen, ca. 50€, oder man holt sich im Baumarkt einen Holzhammer, ca. 10€, und legt Hand an und formt sich ihn zu recht.
Nach dieser Vorstellung der Werkzeuge wurde das Blech rausgeholt. Wir sollten uns, für verschiedene Schweiß Techniken, einige Stücke abschneiden. Nach dem 2. Schnitt hatte ich ne schöne Blase am Finger.
Dann wurde uns das Schweißen gezeigt. Uns wurden 3 verschieden Arten vorgestellt und natürlich durften wir auch selbst ran. Das Widerstandspunktschweißen, das Metallschutzgasschweißen und das Autogenschweißen sind die schweißen Arten welche beim Kurs besprochen werden. Bernd ist ein Verfechter des Autogenschweißens. Diese Art sollten wir bei unserm Werkstück verwenden. Der Rest des Tages wurde zum Üben verwendet.

 

Tag 2, jetzt wird es laut:

Am 2. Tag wurde es ernst. Es wurde mit dem Werkstück begonnen. Nach dem wir die beiden Blechteile ausgeschnitten hatten, wurde uns gezeigt wie wir die Krümmung und Wölbung hin bekommen. Diese Arbeiten wurden in der Holzkuhle und auf dem Sandsack erledigt. Ab diesem Moment hieß es dann Gehörschutz auf.
Nach der Frühstückspause hatten wir unsere eigentliche Arbeit unterbrochen. Bernd hatte eine alte Motorhaube rein gerollt, um uns zu gezeigt wie das indirekte Ausbeulen funktioniert. Mit Hilfe dieser Technik wurde dann begonnen das grob gehämmerte Werkstück auszubeulen und zu schlichten. Damit diese Arbeit nicht zu eintönig wird wurde uns an der frisch ausgebeulten Motorhaube das verzinnen vorgeführt.
Die Motorhaube stand uns zur freien Verfügung. Wir konnten das Ausbeulen und auch das verzinnen an ihr üben. Da durch hatten wir uns in der Werkstatt verteilt, es wurde gehämmert, ausgebeult, verzinnt und geschweißt.
Am Ende des 2. Tages hatte jeder von uns sein Werkstück grob in Form gebracht und beide Teile schon grob aufeinander abgestimmt.

Tag 3, der letzte Tag:

Der Letzte Tag beginnt mit dem genauen anpassen der beiden Einzelteile aufeinander. Denn nur so ist es möglich sie auf Stoß miteinander zu verschweißen.
Am Vormittag wurde das ein oder andere Mal geflucht. Hier hatte Bernd immer hilfreiche Tipps am Start und hat uns unterstützt wo es nur ging. Das Autogenschweißen ist eine Gradwanderung, zu heiß oder zu kalt, zu nah dran oder zu weit weg, zu viel Sauerstoff oder zu wenig Acetylen, Spalt zu groß oder eine Überlappung? Alle diese, und noch mehr, Faktoren sind entscheidend für eine gute Schweißnaht oder ein Loch. Am Ende hatte es jeder geschafft, nach 3 Tagen Schweißerfahrung, die beiden Einzelteile zu einem Werkstück zu verbinden.
Nun mussten wir „nur“ noch die Rohform in die Endgültige Form bringen. Um dies hinzubekommen haben wir die Form der Vorlage auf Papier übertragen und diese dann auf unser Werkstück. Mit der Blechschere stehe ich auf dem Kriegsfuß. Wir hatten 2 Stück zur Auswahl eine Links- und eine Rechtsschneidige. Ich blicke bis heute nicht ganz durch wann ich welche nehmen muss. Aber um dies nach zuschlagen wurde uns ja ein gutes Handout gegeben.
Nach dem das Heck und die Front zu recht geschnitten wurde, mussten wir noch die Abkantungen anbringen. Dies ging recht zügig an der alten Schiene. Danach mussten wir noch die endgültige Breite markieren und zu Recht schneiden. Das Werkstück war fertig, nun wurde noch etwas geschlichtet, um die Oberfläche möglichst glatt zu bekommen.

Fazit:

Die 3 Tage waren vollgestopft mit Informationen und praktischen Übungen. Es kam aber auch nie das Gefühl auf das man etwas extrem falsch macht. Der Kurs wurde sehr gut geführt. Sprüche vom Bernd wie, „Auch er koche nur mit Wasser!“ oder „ In drei Tagen kann man es nicht perfekt.“ bauten auf und nahmen auch etwas den Druck raus es perfekt hin zu bekommen.
Der Bernd hat eine Marktlücke gefunden. Einen vergleichbaren, kompakten Kurs gibt es in ganz Deutschland nicht. Er will sein Kurs Angebot noch erweitern und ich glaube, dass ich nicht das letzte mal in Südermarsch war.

Während wir uns mit Blech abgemüht hatten, haben meine Mädels die Umgebung um Husum erkundet. Aber dazu später mehr.

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